Mirza bringt Ordnung ins Einzel-Chaos – Ein Trainingsabend der Extraklasse in der Kickerfreude
Gestern Abend, am 19.11.2025, verwandelte Mirza die Kickerfreude in eine Tischfußball-Akademie. Sein Thema: “Grundlagen des Einzelns – Strategien und Bewegung zwischen den Stangen”. Was folgte, war ein perfekt durchgetaktetes Training, das Theorie und Praxis meisterhaft verband.
Vom Geronimo zur Trainer-Lizenz
Mirzas Tischfußball-Geschichte begann vor etwa 13 Jahren im legendären Geronimo in Berlin-Friedrichshain. Sein Bruder, der gestern stolz beim Training zusah, brachte ihn damals zum Kickern. Heute ist Mirza nicht nur lizenzierter Trainer und hauptberuflicher Lehrer, sondern auch frischgebackener Schiedsrichter, der bei der kommenden Berliner Meisterschaft auf seinen ersten offiziellen Einsatz hofft.

Der Trainingsablauf: Durchdacht bis ins Detail
Vorbereitung: Der Trainer-Blick Schon während des freien Spiels vor dem Training beobachtete Mirza die Teilnehmer genau. Sein geübtes Trainer-Auge erfasste schnell das Niveau – von Einzel-Anfängern bis zu erfahrenen Spielern war alles dabei.
Die Theorie-Blitzlichter Im Streaming-Raum bei Tisch 1 startete die erste kompakte Theorieeinheit. Mirza beleuchtete die fundamentalen Unterschiede zwischen Doppel und Einzel:
- “Alle Stangen selbst bedienen” – plötzlich braucht man überall Technik, andere Hände für andere Stangen
- Fliegende Bälle sind im Einzel schwerer zu behalten und zu schießen
- “Nicht alles gleichzeitig machbar” – mehr Fehler sind möglich und man ist permanent gefordert
Die Strategie-Anpassungen folgten direkt:
- Schnelle Bälle sind schwerer zu verteidigen und zu behalten
- Die 2er-Stange mit links, die 5er mit rechts bedienen
- Bei defensiver 5er-Stellung führt die linke Hand gleichzeitig die 2er und die Torwart-Stange
- Zur Not auch mal für eine Tor die Torwartpuppe wegschießen, wenn diese die Füße nicht nach vorne geneigt hat
Die Praxis beginnt – Defensive 5 und 1+2 Zurück im großen Raum demonstrierte Mirza zunächst die defensive 5er-Position mit der rechten Hand und gleichzeitig mit der linken Hand an den Stangen 1 + 2 gleichzeitig. Somit kann dynamisch ein großer Teil des Tors abgedeckt werden. Die Übung war clever aufgebaut: Der aktive Spieler bekam Punkte für gefangene Pässe und Tore. Bei Erfolg oder Ballverlust wechselte der Ballbesitz – ein ständiger Druckaufbau, der echte Spielsituationen simulierte.

Stangen-Gymnastik Eine der intensivsten Übungen des Abends: Person A spielte zwischen zwei vorgegebenen Stangen (1, 2, 5, 3) hin und her, während Person B die Ansagen machte. Das Tückische: Es konnte blitzschnell von “3 und 5” auf “1 und 2” gewechselt werden. “Verschiedene Stangen mit verschiedenen Händen schnell bedienen – das rettet Bälle”, erklärte Mirza die Übungsidee.
Abpraller als Waffe Mirza öffnete den Teilnehmern die Augen für eine oft unterschätzte Technik: Abpraller von der 2er auf die 3er-Stange. “Welche Ausgänge kann das Rausspiel von der 2 haben?”, fragte er in die Runde. Wenn der Gegner es schafft meine Torversuche von der 2 ständig auf seine 3 zu blocken, muss man etwas verändern – hier ist der Abpraller eine super Option.
Die Übung zeigte es: Person A spielte kontrollierte Abpraller, Person B versuchte diese auf 5 oder 3 zu fangen. Optional als Wettrennen – Person B musste aus dem Sturm nach hinten sprinten oder mit links abfangen.
Pass-Schule Jetzt wurde es technisch anspruchsvoll. Jeder Teilnehmer übte allein an einem Tisch verschiedene Pass-Varianten:
- Backpin 2 auf 3 die Bande entlang (Einstiegsniveau)
- Handgelenk-Pass 2 auf 3 (einfach bis mittelschwer)
- Für Fortgeschrittene: Seitenwechselpässe, Torschüsse oder der gefürchtete “Kurbelpass mit links”
“Kontrollierter Pass, aber mehr Risiko”, warnte Mirza, “die Handstellung verrät oft den Pass – eher bei fliegenden Bällen einsetzen.”
Reflexion und freies Spiel “Was haben wir gelernt? Was fällt euch noch schwer?”, leitete Mirza die Abschlussrunde ein. Die Erkenntnisse wurden geteilt, bevor alle das Gelernte im freien Spiel anwenden konnten. Mirza blieb noch lange nach dem offiziellen Training-Ende und spielte mit den Teilnehmern – mal coachend am Tisch stehend, mal selbst die Stangen in der Hand. Die lockere Atmosphäre nach dem strukturierten Training war perfekt, um das Gelernte zu vertiefen und einfach Spaß am Spiel zu haben.
Die Trainer-Philosophie
Mirzas pädagogischer Hintergrund war deutlich spürbar: Kurze Theorieblöcke im Streaming-Raum, sofortige praktische Umsetzung im großen Raum, klare Erklärungen zum Sinn jeder Übung. Die etwa 20-minütigen Wissensblöcke waren perfekt dosiert – lang genug für fundierte Inhalte, kurz genug für volle Konzentration.

Besonders wertvoll waren seine strategischen Einschübe: Warum Lücken durch Bewegung auf der 2er entstehen, warum die Umstellung für Gegner aufwendig ist, wie man Schwächen analysiert.
“Viele Übungen geben nur ein Gerüst”, erklärte Mirza, “das regelmäßige Training und Lernen alleine am Tisch ist essentiell – aber genau dafür ist die Kickerfreude perfekt.”
Community-Begeisterung
“Es hat mir wirklich sehr viel Spaß gemacht”, strahlte Mirza nach dem intensiven Training. “Die Community nimmt unsere Angebote fantastisch an.” Die Mischung aus seinem strukturierten Lehransatz und der lockeren Kickerfreude-Atmosphäre schuf ideale Lernbedingungen.

Die Teilnehmer gingen mit einem ganzen Werkzeugkasten an neuen Techniken nach Hause: defensive 5er-Stellungen, Abpraller-Strategien, Pass-Varianten, Bewegungsmuster zwischen den Stangen – alles fundiert erklärt und praktisch erprobt.
Ausblick
Danke Mirza für diesen lehrreichen Abend und die extra Zeit beim freien Spiel danach – wir freuen uns schon auf dein nächstes Training und drücken die Daumen für deinen ersten Schiedsrichter-Einsatz bei der Berliner Meisterschaft!
